Homespacer
Unsere Klinikspacer
Diagnostikspacer
Therapieangebotspacer
Unser Konzeptspacer
Unser Teamspacer
Indikationenspacer
Ihr Weg zur Rehaspacer
Kinderlandspacer
Ihre Freizeitspacer
Hotline
038425 / 22-0
 Infomaterial
 Kontakt
 Anreise
 Newsletter
 Aktuelles
 Tipps & Adressen
 Impressum
 Datenschutz
 Sitemap
 
 
Die Bedeutung der Kunst in der Therapie

Mit einer gelungenen Vernissage wurde im Sommer 2008 die Ausstellung „Aquarelle mit Leichtigkeit“ der Poeler Malerin Ingrid Aechtner in der Ostseeklinik auf der Insel Poel eröffnet. Etwa fünfzig Kunstfreunde einschließlich der Bürgermeisterin Brigitte Schönfeldt und des Gemeindevertretervorstehers Prof. Gerath konnten vom Verwaltungsdirektor der Ostseeklinik, Wolfgang Schmidt, begrüßt werden.

Der Frage nach dem Sinn einer solchen Ausstellung, in dem für die Künstlerin kommerziell nicht besonders lukrativen Rahmen einer Mutter-Kind-Rehabilitationsklinik, ging Chefarzt Dr. Aloys Hassels in seinem Vortrag zum Thema „Kunst und Medizin“ nach. Aufgezeigt wurden auch die geschichtlich gewachsenen Zusammenhänge zwischen Kunst und Heilkunst und die derzeitige Bedeutung der Kunst in der Medizin, insbesondere in der psychosomatischen Medizin.

Kunst und Medizin

Vortrag von Dr. Aloys Hassels:

1986 erschien im DuMont Verlag ein bemerkenswerter Katalog mit dem Titel „Der Andere Blick. Heilungswirkung der Kunst heute“. In dieser Sammlung wurde die Idee vorgestellt, zeitgenössische Künstler für Ausstellungen in Krankenhäusern zu gewinnen. Die Kunst sollte als Heilkunst genutzt werden. Kunst und Medizin, was haben sie gemeinsam, was verbindet sie, können sie sich ergänzen und auch noch in der heutigen Zeit gegenseitig stützen?

Schaut man in die Geschichte, so wird man feststellen, dass seit jeher Medizin und Kunst in engem Zusammenhang standen. Bereits in der Höhlenmalerei, in Zeichnungen und Beschreibungen aus den frühen Hochkulturen Ägyptens, Indiens und Chinas sowie in der griechischen und römischen Antike finden sich medizinische Darstellungen, die in früheren Zeiten offensichtlich auch von den Heilern selbst gefertigt wurden. In späteren Jahrhunderten zeigten sich bei großen Künstlern wie Rembrandt oder Leonardo da Vinci medizinische Themen aus der Anatomie, Darstellungen von Untersuchungen oder Behandlungen, aber auch teils deutende Bilder über Erkrankungen.

Seit dem 19. Jahrhundert haben sich die beiden Disziplinen im allgemeinen Verständnis zunehmend auseinanderentwickelt. Die Medizin stand darin auf Seiten des naturwissenschaftlichen Rational/Technischen, die Kunst widmete sich eher entgegengesetzt dem Emotional/ Geistigen und dem Experimentellen. Für die Medizin selbst war die Kunst nicht mehr so essentiell wie in früheren Jahrhunderten. Moderne Techniken wie die Fotografie und das Röntgen lösten die darstellende malende Kunst als Kommunikationsund Dokumentationsmittel ab.

Wenn auch heute die Medizin offensichtlich auf die Kunst als Hilfsdisziplin verzichten kann, beklagen viele Ärzte und Patienten einen zunehmend erlebten Mangel an Emotionalität und Spiritualität in der technisierten Medizin. Aus dieser Beobachtung entwickelten sich neue Konzepte in den unterschiedlichen Bereichen der Medizin und der Kunst unter Einbeziehung psychologischer Kenntnisse und Techniken. Unter anderem entstand eine von Künstlern, Therapeuten und Ärzten initiierte Kunstbewegung. Diese leistet für Patienten und Krankenhauspersonal durch Kunstausstellungen und Wandbemalungen zur Entspannung sowie der Beschäftigung mit sich selbst bzw. der Auseinandersetzung mit dem Kranksein und der Heilung einen wertvollen Beitrag. So hat man z.B. im Hanse-Klinikum Wismar die Decken der Intensivstation mit Bildern versehen, um bettlägerigen, oftmals in starrer Haltung liegenden Patienten einen heilsamen Ausblick zu ermöglichen.

Auf solche lebensbejahenden Impulse wird zunehmend auch in Rehabilitations- Kliniken zurückgegriffen. Geht es doch darum, für die zugewiesenen Patienten ein Ambiente zu schaffen, welches ihnen erleichtert, ihr eigenes Leben aus der Distanz zu betrachten, um durch die in der Reha erfahrenen Impulse notwendige Veränderungen für eine nachhaltige Verbesserung ihrer Gesundheit einzuleiten. Voraussetzung hierfür sind lebensbejahende Impulse und Geborgenheit, aber auch eine gute Kommunikation miteinander im Sinne einer therapeutischen Gemeinschaft. All dies kann sowohl durch die Kunstbetrachtung als auch durch die eigene kreative Tätigkeit unterstützt werden.

Die Ostseeklinik Poel hat in den letzten Jahren eine zunehmend psychosomatische Ausrichtung erfahren. Gerade in der psychosomatischen Medizin wird aber seit jeher die Kunstausübung selbst als therapeutisches Element genutzt. Auch wir setzen auf die Kunst in der hier angebotenen Gestaltungstherapie und in Form des Kreativangebotes im Freizeitbereich.

Kunsttherapie, Gestaltungstherapie oder Maltherapie sind eingeführte Therapieformen, bei denen die Beziehung zwischen Patient und Therapeuten durch das künstlerische Medium eine weitere Komponente erfährt. Hier werden drei Komponenten wirksam, nämlich das künstlerische Gestalten am Werk, die Beziehung zwischen Therapeut und Patient sowie das Betrachten des Werkes und seiner Wirkung. Mit bildnerischen Mitteln soll es dem Patienten erleichtert oder ermöglicht werden, sich auszudrücken und seinen Gefühlen nachspüren. Dabei geht es zum einen um - auch im Verborgenen liegende - innere Bilder, zum anderen um den Blick auf das jetzige Leben, um die Entwicklung neuer Fähigkeiten und Handlungsspielräume und um die Entdeckung von Lösungsmöglichkeiten und Ressourcen.

Viele Patienten werden durch das Betrachten von Bildern angeregt, sich auf das kreative Angebot der Klinik einzulassen, vielleicht an einer Kunst oder Gestaltungstherapie teilzunehmen, um so an der Lösung ihrer Probleme und Konflikte aktiv mitzuwirken.

Als Rehabilitationsklinik hat die Ostseeklinik Poel den Auftrag, den Menschen in seiner Gesamtheit von Körper, Geist und Seele zu erfassen, zu behandeln und zu heilen. Aus diesem Auftrag ergibt sich das Konzept der ganzheitlichen Rehabilitation, in welches Kunst und kreatives Arbeiten eingebunden sind.

Dr. Aloys Hassels
Ärztlicher Direktor

Themen in der Übersicht:

Kunst und Medizin

Gestaltungstherapie

Ausgebrannt und leer -

Stressbewältigung

Farben machen fröhlich

Klinik in neuem Glanz

 
 
 

Ostseeklinik Poel • Mutter und Kind Einrichtung nach §111a SGB V für Versorgung und Rehabilitation • Hotline: 0384 35 / 22-0 • info@ostseeklinik-poel.de